GTA-6-Vorbestellungen sind live, und die Wall Street rechnet mit Rekordzahlen

Seit Mitternacht am 25. Juni laufen die Vorbestellungen für Grand Theft Auto VI, und das eigentliche Thema der ersten Stunden ist nicht eine Verkaufszahl, sondern die Größe der Wette darum. Rockstar und Take-Two haben keinerlei Vorbestellzahlen veröffentlicht, alles, was gerade kursiert, sind Prognosen und Marktreaktion, und beide laufen heiß. Die Investmentbank Piper Sandler teilte Kunden mit, sie erwarte am Verkaufsstart mehr als 45 Millionen verkaufte Exemplare, eine Marke, die die 11,21 Millionen aus den ersten 24 Stunden von GTA V im Jahr 2013 um mehr als das Vierfache übertreffen würde; das Haus bestätigte daraufhin sein «Overweight» für Take-Two. Branchenreporter Tom Henderson ging beim Vorbestellfenster selbst noch weiter und schätzte, das Spiel könne allein in der ersten Stunde rund eine Milliarde Dollar einspielen. Zum Vergleich: GTA V brauchte für diese Marke etwa drei Tage, ein Abstand, der ebenso für die heute größere Konsolenbasis und den digitalen Kauf spricht wie für die Marke selbst.

Die Börse hat bereits abgestimmt. Die Take-Two-Aktie legte mit den Vorbesteller- und Preisnachrichten knapp fünf Prozent zu, notiert bei gut 240 Dollar und nähert sich dem Jahreshoch von rund 264 Dollar; Jefferies bekräftigte Kaufempfehlung und Kursziel von 300 Dollar. Nichts davon liegt bislang auf Rockstars Konto, und Prognosen treffen die Realität ungleichmäßig, doch die Richtung ist eindeutig: Analysten modellieren den größten Unterhaltungsstart überhaupt, nicht bloß das größte Spiel.

Was wir noch eine Weile nicht erfahren, ist die echte Zahl. Rockstar weist Vorbestellverkäufe selten gesondert aus, und die ersten belastbaren Daten kommen meist mit den Quartalszahlen von Take-Two. Bis dahin sollte man jede Milliarden-Schlagzeile als Prognose behandeln, nicht als Quittung, und stattdessen auf zwei Dinge achten: wie lange die Shops überlastet bleiben und ob sich GTA VI einfach an die Spitze der PlayStation- und Xbox-Charts setzt und dort bleibt.

Quellen (4)