GTA 6 ohne Disc wird zum Politikum: von Paris bis Brasília

Jean-Luc Mélenchon, Veteran der französischen Linken, der 2022 im ersten Wahlgang fast 22% holte und erneut fürs Präsidentenamt kandidiert, hat GTA 6 am 2. Juli in die Politik gezogen. In einem Beitrag auf X verwies er darauf, dass das Spiel 2026 ohne Disc erscheint und Sony ab Januar 2028 keine Discs für neue PlayStation-Spiele mehr presst, und fragte, was Spieler eigentlich kaufen: "Morgen zahlt ihr, ohne je etwas zu besitzen. Kein Verleihen, kein Wiederverkauf, keine Garantie, das Bezahlte zu behalten." Videospiele seien keine bloße Ware, sondern Kulturgüter, und geltendes Recht müsse für sie gelten.

Er ist nicht allein. Die brasilianische Bundesabgeordnete Erika Hilton erklärte auf Bluesky, sie habe wegen Sonys Disc-Ausstieg eine formelle Eingabe an die Verbraucherschutzbehörde ihres Landes geschickt: Konsolen mit Laufwerk kosten weiterhin mehr, während es nach 2028 immer weniger neue Discs zu lesen gibt. Und die französische EU-Abgeordnete Emma Rafowicz kündigte an, das Thema ins Europaparlament zu tragen, unter Verweis auf die Erhaltungskampagne Stop Killing Games.

Für GTA VI ist der Auslöser konkret: Am 24. Juni bestätigte Rockstar, dass in der Box ein Download-Code statt einer Disc liegt, und am 1. Juli kündigte Sony den Schlussstrich für gepresste Spiele ab Januar 2028 an. Binnen einer Woche wanderte die Beschwerde über die leere Box aus den Fanforen in ein Präsidentschaftsprogramm, zu einer Verbraucherschutzbehörde und in die EU. Am Launch am 19. November ändert das nichts, aber die Debatte darüber, was man beim Kauf eigentlich besitzt, ist den Gaming-Foren sichtbar entwachsen.

Quellen (4)